Ein Raum für die Magie der Begegnung

Judith: Ein ausgewogenes und freies Verhältnis zu Gesichtserkennungstechnologien kann nur dann entstehen, wenn wir dem Augenblick des Angesichts zukünftig mehr Beachtung schenken. In dem Augenblick des Angesichts zeichnen wir Menschen gemeinschaftlich zwei Erscheinungsbilder. Diese Bilder geben uns eine Ahnung davon, wie wir als Interaktionspartner zueinanderstehen.

Die Magie dieses Augenblicks ist in dieser Ahnung mitenthalten: Wir ahnen bloß und wissen, wie viele Seiten des Gegenübers uns hinter seiner Erscheinung verborgen bleiben. Es braucht diese Mischung von Nähe und der Gewissheit des Unsichtbaren für den Zauber, der im Augenblick des Angesichts entsteht.

Barbara: Wir brauchen die Resonanz des Anderen, um eine Ahnung von ihr oder ihm zu bekommen. Die Erfahrung miteinander führt zu Vertrauen, erschließt einen Raum. In diesem geschützten Raum besteht die Möglichkeit von Abweichungen von der Norm und die Erlaubnis von Fehlern.

Hier entstehen auch die Wünsche und das Denken des Undenkbaren. Dort, wo Klarheiten verschwinden und wir mehr Fragen als Erkenntnisse gewinnen, können wir womöglich besonders viel Schönheit entdecken.

Einen solchen Raum wollen wir mit unserer Ausstellung „FACE_OFF!“ vom 13. – 22. August 2020 im bunker k101 in Köln, öffnen.

Unsere Ausstellung lebt nicht nur von den Masken, die darin gezeigt werden, sondern vor allem von euren Gesichtern, die den Ort lebendig machen. Also kommt und bringt eure Gedanken mit!


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